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01.04.2006
Das Marktpotential für Windenergie in China von Elke Wan,
Elke Wan International Consulting Services
Das Marktpotential für Windenergie in China
Mit der florierenden Wirtschaft und dem steigendem Einkommen, wächst
zunehmend der Lebensstandard der 1,3 Milliarden Menschen in China.
Immer mehr Autos fahren in den Großstädten, alte Wohngebäude
weichen den modernen Hochhäusern und riesige Einkaufzentren
schießen wie Pilze aus dem Boden. Es gibt unendlich viele
Waren in den Märkten und der Bedarf an Konsumgütern steigt
unaufhaltsam. Immer mehr Haushalte verfügen bereits über
hochwertige Elektrogeräte wie Mobiltelefone, Computer und Klimaanlagen.
Dieser verbesserte Lebensstandard verschlingt immer mehr Energie.
Der Strombedarf Chinas stieg bereits im Jahr 2003 auf 1,7 Milliarden
Tonnen Steinkohleeinheit (SEK). Damit ist China der zweitgrößte
Energiekonsument nach den USA. Diverse Studien prognostizieren für
China eine Steigerung des Energiebedarfs von 2,2% -2,7% pro Jahr
bis 2020 oder 2030. Im Vergleich: der Verbrauch der Bundesrepublik
Deutschland lag zwischen 1995 bis 2004 mit einer Schwankung von
plusminus 2 % bei 494 Millionen Tonnen SEK pro Jahr.
Nicht nur im privaten, sondern auch im gewerblichen Sektor steigt
der Bedarf an Energie. Zu Spitzenlastzeiten kann dieser bereits
jetzt schon oft nicht gedeckt werden und es kommt zu Stromausfällen.
Wegen des großen Strommangels gibt es z.B. in der Wirtschaftsmetropole
Shanghai Einschränkungen bei der Reklameleuchtdauer in den
Sommermonaten. In manchen Gegenden dürfen Fabriken nur an vier
Tagen der Woche arbeiten oder die Produktion muss in die späten
Abendstunden verlegt werden.
Derzeit wird in China der Strom zu 7 % aus Kohle erzeugt. Der Anteil
der erneuerbaren Energien ohne Hydropower liegt nur bei 1%. China
bemüht sich, seine Abhängigkeit von Kohle schrittweise
abzubauen, um den Kohlendioxidausstoß zu reduzieren, der für
einige energiebezogene Umweltprobleme verantwortlich ist. Laut der
Weltgesundheitsorganisation WHO befinden sich 7 der 10 Städte
mit der weltweit größten Umweltverschmutzung in China.
Deshalb setzt auch die Regierung offiziell auf die erneuerbaren
Energien und proklamiert das Ziel, bis 2020 12% seines Energiebedarfs
aus erneuerbaren Energien zu gewinnen.
Unter erneuerbarer Energie versteht man die Energiegewinnung aus
Biomasse, Wasser, Solar und Wind. Speziell die Windenergietechnologie
wurde in den letzten Jahren rasant weiterentwickelt und gilt als
zukunftsweisend. Zurzeit sind etwa 44 Windparks mit einer Leistung
von ca. 764 Megawatt (MW) in China installiert.
Das Windpotenzial wird vom Chinesischen Windenergie Verband in
10 Meter Messhöhe an Land (onshore) auf 250 Gigawatt (GW) und
ablandig (offshore) auf ca. 750 GW geschätzt. Bei größerer
Höhe steigt entsprechend das Potenzial.
Die Kapazitäten der bisher installierten Turbinen liegen
meist zwischen 200 kW– 750 kW. 18% der Turbinen werden von
Chinesischen Herstellern produziert. Die restlichen 82 % werden
von Internationalen Firmen wie GE Wind, Vestas und auch von Deutschen
Firmen wie Nordex, REpower geliefert. Derzeit wird national an der
Entwicklung einer 1,5 MW Turbine gearbeitet, welche 2006 auf dem
Markt kommen soll.
Das Energie Büro der Nationalen Entwicklung und Reform Kommission
(NDRC) plant bereits 20 neue Projekte mit einer Gesamtleistung von
20 GW. Die Windparks mit jeweils 100 MW Leistung sollen durch Ausschreibungen
in Form von Konzessionen bis 2020 aufgestellt werden. 30 Standorte
werden zurzeit auf Eignung überprüft, um bis 2010 das
erste Etappenziel von 4GW zu erreichen.
Bisherige Hindernisse in der Entwicklung der Windkraft waren die
hohen Erzeugungskosten. Im Vergleich zu Kohle oder Hydropower waren
sie nicht konkurrenzfähig. Zudem gab es keine einheitlichen
Preis- und Einspeisungsregelungen.
Um die Entwicklung zu beschleunigen, wurde im Februar 2005 vom
Nationalen Volkskongress das Gesetz zur Förderung von erneuerbaren
Energien verabschiedet, das am 1. Januar 2006 in Kraft trat. Kernelemente
dieses Gesetzes sind:
Eine Mindestvergütung wird den Betreibern für Strom aus
erneuerbaren Energien garantiert
Die Stromnetzbetreiber sind verpflichtet, den Strom aus erneuerbaren
Energien bevorzugt einzuspeisen
Die Mehrkosten für die Erzeugung von erneuerbaren Energien
im Vergleich zur konventionellen Stromerzeugung werden auf alle
Stromverbraucher umgelegt
Zusätzlich soll ein öffentlicher Fond für erneuerbare
Energien errichtet werden
Weitere Förderungsmaßnahmen sind Steuererleichterungen
sowie zinsgünstige Darlehen für die Anlagenbetreiber
Der Markt für erneuerbare Energien in China steht noch am
Anfang. Mit dem neuen Gesetz hat die Regierung zuverlässigere
Rahmenbedingungen geschaffen, die den Markt nun auch für ausländische
Investoren attraktiv machen. Wer in den Markt will, muss sich vorab
genauestens mit den Rahmenbedingungen für Investitionen und
über die Verhältnisse vor Ort vertraut machen.
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